Das Festival
»Beckett in Town« in Hamburg (Oktober
2006 Januar 2007) hatte sowohl Becketts Wahrnehmung der
Stadt als auch umgekehrt die Rezeption Becketts durch die Stadt
zum Thema.
Es gab 25 Veranstaltungen, Ausstellungen, Theateraufführungen,
Stadtführungen, Lesungen, ein Symposion und einen Kino-Abend.
Mit der Idee, die Großstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts
als Becketts Anregungsfeld zu untersuchen, wurde der überwältigenden
Vielfalt von Becketts künstlerischen Interessen Rechnung
getragen: Zeit seines Lebens war der Autor ein »eminent
pedestrian« (Leslie Stephens), der nicht nur stundenlang
durch Stadt und Landschaft wanderte (eine in Künstlerkreisen
beliebte Beschäftigung), sondern vor allem als »Raubauge«
(Beckett) in das dichte Geflecht der urbanen Kultur eintauchte.
In dem Tagebuch hielt Beckett auch seine Besuche in der Hamburger
Kunsthalle fest, kommentierte die zunehmend restriktiv gehandhabte
nationalsozialistische Kulturpolitik in den Künstlerkreisen
wie der 1936 bereits verbotenen »Hamburgischen Sezession«.
Über persönliche Kontakte verschaffte er sich Zugang
ins Magazin der Kunsthalle. Aber auch im täglichen Leben
wurde er mit dem nationalsozialistischen Gedankengut konfrontiert,
auf seinen Stadtwanderungen, in der Pension, beim Radio hören,
in der Zeitung und beim abendlichen Bier.
Das Projekt »Beckett in Town«
beleuchtete diese Erfahrungen aus verschiedensten Blickwinkeln.
www.beckett-in-hamburg-1936.de
(online-Ausstellung)
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